John Kander

John Kander (* 18. März 1927 in Kansas City, Missouri)

Seine Broadwaykarriere begann in den 1950er Jahren als Chorusleiter und Dirigent in Musicaltheatern am Broadway. Ende der 50er führten ihn die Arbeiten als Arrangeur für die Tanzszenen in den Musicals Gypsy und Irma la Douce zur Komposition eigener Musicals. Leider war sein erstes Musical A Familiy Affair 1962 ein Flop.

In diesem Jahr traf Kander auf den Liedtexter Fred Ebb, seinen künftigen Partner. Mit „My coloring book“ landeten sie einen ersten Hit, der u. a. von Barbra Streisand in ihr Repertoire aufgenommen wurde. "Golden Gate", ihr erstes Musical, blieb noch unaufgeführt. Der Broadway-Produzenten Harold Prince sah sich durch dieses Werk veranlaßt, ihnen die Arbeit an dem Musical Flora, the Red Menace zu übertragen. Es wurde der erste Erfolg für das Duo Kander/Ebb. (Liza Minnelli erhielt mit Ihrer Darstellung darin einen Tony Award.)

Das Musical Cabaret ist die erfolgreichste Komposition von John Kander. Bei der Uraufführung am Broadway (20. 11. 1966) führte Harold Prince Regie. Die Hauptrollen spielten Lotte Lenya als Frl. Schneider, Jill Haworth spielte Sally Bowles und Joel Grey als Zeremonienmeister war der einzige, der später unter Bob Fosse als Regisseur auch in der Verfilmung von 1972 mitwirkte. Die letzte von 1.165 Vorstellungen fand am 6. September 1969 statt. Insgesamt gewann das Musical acht Tony Awards.

Das Musical mit Liza Minnelli ind der Rolle Sally Bowles verfilmt. Die Zusammenarbeit Kander/Minelli verstärkte sich. Er schrieb in der Folge zahlreiche Songs für sie. Kanders und Ebbs bekannteste Komposition ist wohl der Song „New York, New York“ aus dem gleichnamigen Martin Scorsese-Film (1977). Liza Minnelli sang den Song im Film. Frank Sinatra machte ihn zu einem Welthit und zur inoffiziellen Hymne New Yorks. Harald Juhnke sang ihn unter dem Titel „Berlin, Berlin“.

Kander und Ebb schufen im Laufe der Jahrzehnte noch zahlreiche weitere Welterfolge, z.B. die Musicals Chicago und Kuss der Spinnenfrau.

Musical
uraufgeführt: New York 20.11.1966

Handlung:
Jahreswende 1929/30. Der nicht eben erfolgreiche amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw kommt nach Berlin, um sich Inspirationen für einen Roman zu suchen. Im "Kit-Kat-Klub", einem Animierlokal mit Programm, lernt er die Nachtklub-Sängerin Sally Bowles , einen Möchte -Gern-Gesangsstar, kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und ziehen zusammen in Fräulein Schneiders Pension. Einer der anderen Mieter ist Herr Schulz, ein jüdischer Obsthändler, welcher die älterliche Vermieterin verehrt und ihr schließlich einen Heiratsantrag macht. Als bei der Verlobungsfeier eine erste Welle anti-jüdischer Stimmung aufkommt, verzichtet Fräulein Schneider auf die Hochzeit. Nach direkten blutigen Erfahrungen mit der SA-Schlägertruppe begreift Clifford die Gefahren, die vom immer stärker werdenden Nationalsozialismus ausgehen. Er beschließt, mit Sally, die ein Kind von ihm erwartet, wieder nach Amerika zu gehen. Sally will aber den "Kit-Kat-Klub" nicht verlassen und träumt von einer großen Karriere. Sie läßt abtreiben, kehrt ins Cabaret, das für sie das Leben ist, zurück. Clifford verläßt Deutschland. Neben dieser Haupthandlung arbeiten die Autoren mit einer zweiten Spielebene - der Kabarettbühne. Hier entsteht in vielen Parodien und Anspielungen ein verzerrtes Spiegelbild der Zeit und eine Atmosphäre, die man am besten mit einem Tanz auf dem Vulkan umschreiben kann.

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